Sonntag, 4. März 2012

Moritz und Max

Das Metrum zwingt den Dichter sehr oft, sich an - nach außen hin - nicht leicht durchschaubare Regeln zu halten. So fragt man sich auf der ganzen Welt, warum es "Max und Moritz" und nicht "Moritz und Max " heißt. Man könnte meinen, a stünde vor o, na gut, aber war das das entscheidende Kriterium. Ich glaube nicht. Es war schlicht der Holperer, der bei ... "Wie zum Beispiel hier von diesen, welche Moritz und Max hießen;" entstehen würde. Dass sich so etwas auf die seelische Entwicklung des benachteiligten Bruders Moritz auswirken muss, liegt mehr als auf der Hand. 

Moritz und Max

Max und Moritz, Ränkeschmiede,
Schrot geword’nes Brüderpaar,
konnten, was kein Wunder war,
sich nicht riechen wie im Liede
des Herrn Wilhelm Busch – und zwar:

Moritz, stets an zweiter Stelle,
(umgekehrt – dazwischen „und“ –
liefe metrisch ja nicht rund),
hasste ob der Bagatelle
Max noch bis zur letzten Stund.

Nicht Herr Busch, schon gar nicht Lämpel
ahnten psychisches Entzwei,
wär ja sonst der Streiche Reih
von dem Moritat-Exempel
voller Brüderprügelei.



Salzburg tritt ins Licht


Ich kenne viele Städte dieser Welt, herrliche, berühmte, große, besungene und unvergessliche. Aber, ein großes Aber, ich wohne unweit einer Stadt, die mir bei Schönwetter von meiner Terrasse aus ihren Stolz, die Festung Hohensalzburg, präsentiert. Wenn ich dann von der Müllnerbrücke über die Salzach auf das Gewirr an Türmen und Kuppeln und auf die Festung blicke, dann steht für mich fest - Patriotismus hin oder her - das muss die schönste Stadt der Welt sein.



Dampfender Brodem, wie Lindwurmgehauche,
hüllt die verschlafene Stadt, trübt die Sicht.
Keck aus des Nachwinters qualmendem Rauche
hebt sich die Burg, die den Nebel durchbricht.

Kuppel und Spitzturm begleiten die Zinnen,
städtisches Erbe gewinnt an Kontur.
Salzburg eröffnet sich langsam den Sinnen,
Baukunst im Streit mit der Kraft der Natur.

Zögernd erschließen sich Gärten und Plätze,
frei wird die Sicht auch auf Fluss, Brücke, Steg.
Wolkenfrei prangen der Mozartstadt Schätze,
öffnen dem Strahlenmeer jeglichen Weg.


Samstag, 3. März 2012

Der Kleine Fuchs

Die deutschen Namensgeber für die gut oder weniger gut bekannten Lebewesen machen den Überblick über die Systematik dem interessierten Laien mehr als schwer. Der Seelöwe ist, wie wir wissen, keine Großkatze, die Fledermaus keine Maus, der Ameisenbär kein Bär und der Kleine Fuchs hat mit Reineke eher wenig Gemeinsamkeiten.


Welpen nennt man Fuchsens Junge,
die vor Malepartus spielen.
Frühlingsbrodem in der Lunge
tollen sie in kühnem Sprunge,
taumeln über Wurzelstiegen.

Einer will den Rahmen sprengen,
flattert in der Lüfte Weiten.
Wald und Erdenburg beengen,
lange fühlt er schon ein Drängen,
lässt sich nun vom Schicksal leiten.

Als Genoss der Schmetterlinge
quert er Wiesenblumenmeere.
Darwin setzt die scharfe Klinge
gegen sich, denn solche Dinge
widersprechen seiner Lehre.
 
 

Amerikas Beitrag zur Waschkultur der Lemuren

Unübersehbar ist der amerikanische Beitrag zur Ess-, Kleidungs- und sonstiger Kultur im Rest der Welt. Taliban trinken Coke, Palästinenser tragen Jeans, Österreicher sehen je nach Geschmack Desperate Housewifes oder die Simpsons, Nigerianer begeistern sich für Jazz .............. warum soll sich die Tierwelt von diesem Import abgrenzen? Ja, warum sollte sie?

Ein Waschbär wäscht sich seine Hände
vor jeder Mahlzeit wie im Zwang.
Sein Nachbar auf dem Zoogelände
verfolgt die Rituale bang.

Auf ihrer Insel – Madagaskar –
ist diese Form von Reinlichkeit
Lemuren wesensfremd, nicht fassbar.
Der Katta ahnt Kulturenstreit.

Er passt sich an, wäscht auch die Finger,
der Bär kommt aus den USA.
Die liefern Sitten, Bräuche, Dinger,
warum nicht auch das Waschtrara?




Freitag, 2. März 2012

Nicht nur edel



Es zieht der Schwan ein Boot und drin
sitzt ganz gemütlich Lohengrin.
Obwohl sie’s liebend gern verdrängert,
wurd‘ Leda auch vom Schwan geschwängert.

Man merkt bereits am dritten Vers,
Grammatik findet er pervers.
Als Sternbild Kreuz des Nordens schimmert
das Tier, wenn’s nicht im Schlossteich schwimmert.

Ob Sing-, ob Höcker- vorne dran,
vertraue keinem Federkahn.
Das Hehre, Edle, das so schillert,
ist doch nur trefflich schaugespillert.


Donnerstag, 1. März 2012

Frühlingskinder

Endlich ist der Frühling da,
der heiß ersehnte Lenz.
Zu seinen Kindern Äquiva-,
und Korpu-, Flatu- zählt Papa
auch Indo- und in Konsequenz
schlussendlich auch die Kondolenz,
die wiederum recht traurig stimmt
und viel an Frühjahrsfreude nimmt. 
 
 

The Tit




God damn’em cause they call me tit,
I am a bird and need no bra.
Excuse me man, my name is shit -
that’s all I want to say so far.