Donnerstag, 3. Juli 2014

Vom Regenbogen aus




Den Zweifel nährt der Regenbogen,
ob seine Farbe nicht Chimäre,
von Fantasie als Kreis gezogen
und Trug des Augenblickes wäre.

Doch ist er da, ein Werk des Lichtes
und Tropfennebeln in der Ferne.
Der Freund des schwärmenden Gedichtes
ist Stiegenhaus ins Reich der Sterne.

Ich steig hinan, die Welt kann warten,
das Irgendwo gilt’s zu begreifen.
Hoch droben vom Gestirnegarten
gewähr ich meinem Blick das Streifen.

Die Erde seh ich als Kulisse
für Zank und Widerwärtigkeiten.
So deutlich, dass ich kaum vermisse,
zurück ins wahre Sein zu gleiten.

Mittwoch, 2. Juli 2014

Die Natur kehrt zurück




Maschinen schufen Gruben. Steine
bedeckten einstmals grüne Flur.
Die Landschaft diente bald alleine
dem Menschenwerke. Die Natur
verlor in Ödnis ihr Gesicht.

Erschöpft war dann nach vielen Jahren
der Erde Schatz. Die Wüste blieb.
Kaum war die Schaufel abgefahren,
erhob ein erster junger Trieb
aus grobem Schotter sich zum Licht.

Es folgten schnell die zarten Flügel
der Ahornsamen. Wasser stieg
in Gruben hoch, ein Seggenhügel
wuchs langsam hoch und Sieg um Sieg
erkämpfte sich das grüne Dicht.

Ein kleines Paradies liegt heute,
wo früher Eisen Wunden schlug.
Der Unke Ruf begrüßt die Leute,
die staunend sehen und nun klug
bewahren, gerne – ohne Pflicht.




junge prachtlibelle




zangenmonster wassergeist
raubgewürme überdreist
düstere befremdlichkeit
schlammaffine wesenheit

mystisch stille kurze rast
regungslos und leblos fast
phönix dann und vogelei
schönheit gibt die hülle frei

schlanker prunkpfeil flugbereit
schilfblatt wippt - es ist so weit
flügel schwirren elfengleich
neue zartheit schmückt den teich




Dienstag, 1. Juli 2014

warnung an die biene




lass die biene summen
freu dich an dem brummen
folg dem nektarsaugen
mit verzückten augen
wünsch ihr sonnenstunden
auf erkundungsrunden
warne sie vorm stechen
würd den stachel brechen
und ihr auge auch


Die Stiege




Die Stiege lässt dich Höh gewinnen,
Erfolg bedeutet jede Stufe.
Die Hilfe hoch zu Festungszinnen,
hinauf, ob außen oder innen,
macht sich die Stiege zum Berufe.

Als Sinnbild gilt sie für das Streben
nach Zielen, die auch Werte mehren.
Sie weiß, der Weg in einem Leben
ist oftmals steil, nur selten eben
und kann dich Überwindung lehren.