Mittwoch, 1. Oktober 2014

Natur in Stein




Sie liegen einfach da und dort
und überall. Ganz rar der Ort,
wo sie nicht einzeln, auch in Massen
sich unverkennbar sehen lassen.

Verschieden sind sie in der Art,
recht grob, geschliffen oder zart,
vom Bach gerundet, gletscherschliffig,
meander-ädrig, hüpfsteingriffig. 

Naturschatz sind sie. Ich möcht meinen,
ein Seelchen nistet auch in Steinen. 



Wanderweglichter





Herbstbäume lassen
Sonne durch schütteres Laub,
teilen die Strahlen.

Wanderer blinzeln,
gelbrotes Grün wird zu Gold.
Rumpelstilzzauber.

Lichtspielgefunkel.
Stammschatten lenken den Schritt.
Rascheloktober.

Kunstwerk Blattadern





Sattes Grün füllt Sommerblätter,
Pinsel nimmt der Herbst zur Hand.
Bunte Tupfen,  Rändersäume,
manches brennend rote Band
zeichnet er, bis Wind und Wetter
das Objekt der Farbenträume
sanft zu Boden taumeln lassen.

Nun beginnt der kleinsten Wesen
gut verborgne Tätigkeit.
Löchlein zeigt die Welkblattspreite
erst, dann werden Lücken weit,
bis ein Netz, ganz auserlesen,
diesem Blatte zum Geleite
Schönheit leiht, beinah zum Prassen.



Das Moor als Kalligraph




Voller Wunder ist das Moor,
Öl treibt scheinbar auf dem Spiegel
eines Teiches. Binsenigel
täuschen schattig Zeichen vor
aus des Kalligraphen Feder.

Eine Sure liegt vor dir,
zwischen  Moos mit Fiederzweigen
und dem schwarzen Torf. Im Schweigen
schaust du auf des Schönbilds Zier
mit arabischem Geäder.