Samstag, 2. Mai 2015

feldweg - traumweg




rapsfeldrain und böschungsbäume,
apfelblütenmaienschnee,
kurzes grün für wanderträume
auf dem weg, den ich begeh.

radgepresste parallelen,
karrenspuren in der flur,
dürfen in dem bild nicht fehlen,
sind ein teil der landnatur.

durch die welt von feld und acker
führt der pfad in aller stille,
nur im wegerich geigt wacker
eine liebstolle grille.


Freitag, 1. Mai 2015

Rapsgedanken



 
Zum Mosaik färbt Raps die Hänge,
bringt sattes Gelb ins Tongemenge
von Futterklee und Stängelmeeren,
trennt frisches Grün von roten Beeren.
Du spürst des Pflanzenöles Kräfte,
riechst duftgetränkte Wurzelsäfte
und bist versucht am Tor zu läuten
für ein Gespräch mit Pharmazeuten.


Donnerstag, 30. April 2015

Maienzeit



 
Wer webt die Wiese der goldgelben Sonnen
eifrig zum Teppich im Monat der Wonnen?
MAI - tschilpen Spatzen aus Dachrinnenlichten.
MAI -  schwärmen Reimer in Liebesgedichten.

Lauluft vom Süden her weckt alle Sinne,
Blütenstaub treibt selbst im kleinsten Gerinne,
Bäume vermengen ihr Grün mit den vielen
Seidenblatttönen, die Malwerkstatt spielen.

Käfer und Falter in schillernder Farbe
suchen des Tulpenkelchs fruchtbare Narbe,
eifern mit kirschroten Blumen, mit blauen
Sternen und Glocken, die Festbühnen bauen.


Samstag, 18. April 2015

Mississippi





Ich bin dir böse, alter Mann, ganz ehrlich böse.
Du lässt an deinen Ufern Hässlichkeit sich breiten.
Wo einst der Alligator lag zur Mittagsdöse,
verstört Geplärr - und Teer bekleckert deine Seiten.

Du breiter Strom, so reich an Herrlichkeitsextremen,
bewahre Reste deiner alten Ruhmeszeiten.
Trompeten darfst du nicht den Klang der Seele nehmen,
das Schaufelrad soll stets mit deinen Wellen streiten.

Lass Onkel Tom, ihn gibt es auch noch heute,
dein Sprecher sein, er wird dich würdig klangvoll preisen.
Sei wieder Hort und Fluss fürs Satchmos Gospelleute,
dann wird man dir für alle Zeiten Ehr’ erweisen.