Sonntag, 26. August 2012

Sonntäglicher Frühnebel



Nebel, ein Hauch nur,
umschmeichelt die Fichten,
fürchtet den Goldstrahl
und flieht.

Sattgelbe Lanzen
durchstechen
das Blattwerk der Buche,
setzen die Krone in Brand.

Amselvolk flötet
nach Tautropfennoten.
Des Sonntages
Lichtouvertüre.

Samstag, 25. August 2012

ein paar




sie schwimmen im paar
formen ringe
nie endende bahnen
sie schwimmen im paar
schnäbeln kosend
des andren gefieder
sie schwimmen im paar
ihre augen
vertauschen die sterne
zwei schwäne

zwei menschen
blicken sich an
und lächeln


Da lacht die Hyäne




Hyänen lachen, Mark erschütternd,
sie prusten jagend, Junge fütternd.
Was lässt das Zwerchfell von den Tieren
in solcher Stetigkeit vibrieren?

Es rätseln also in den Tropen
Geparden, Elenantilopen,
genervte Kudus und Schimpansen,
warum die Tiere sich zerfransen.

Nur Steppenzebras kommentieren
die Sache nicht, man weiß, sie spüren,
dass ihr Pyjama rein vom Strich her
den Anlass gibt fürs Hohngekicher.


Freitag, 24. August 2012

Sommerbild

Ein Landschaftsbild, gerahmt von Meisterhand,
so scheint der Blick mir in das weite Tal.
Sein Festtagskleid zeigt grünes Sommerland,
um einen Gipfel wickelt sich ein Wolkenschal.

Verstecktes Seeblau schimmert durch die Wand
aus regenfrischem Buchenlaub..  Ein Kranz
von sanften Hügeln kost den Uferrand.
Der Tau gibt jeder Farbe Seidenglanz.

Welch Maler, der dies feine Auquarell
geschaffen hat mit Schöpferfantasie.
Wer mischt das Farbenmeer ins Tageshell
zu derart grandioser Harmonie?

Donnerstag, 23. August 2012

Langusten



Dem Hummer ähnelt die Languste,
sie schleppt wie dieser eine Kruste
im tiefen Meer
umher.

Ein Merkmal unterscheidet groß,
denn dieser Krebs kriecht scherenlos
im tiefen Meer
umher.

Auch sind sie lecker, die Langusten,
so liegen bald nur leere Krusten
im tiefen Meer
umher.


Die Warze des Warzenschweins



Bekanntlich stirbt das Warzenschwein
als Folge der Vergreisung.
Die Warze tut dies schon allein
nach gründlicher Vereisung.

Beendet aber Nimrods Schuss
des Schweines Freud am Wühlen,
dann stirbt die Warze aus Verdruss,
nicht nötig sie zu kühlen.


Mantelpaviane




In Felsgebirgen des Sudan
gefällt‘s dem Mantelpavian.
Dort lässt er die Gesäßhautschwielen
recht bunt in vielen Farben spielen.

Der Mantel, langes Schulterhaar,
wirkt nobel, königlich sogar.
Daneben macht der Mähnenscheitel
den Affen übermäßig eitel.

Im Zoo von Salzburg aber trägt
er Lodenmäntel, denn er pflegt
sich Landessitten anzupassen.
Man will sich ja nicht lumpen lassen.