Montag, 28. Januar 2013

Der Ball der Wasservögel





Ein Paar der Reiherente pflügt

die Kräuselwellchen eines Teiches.

Das sieht ein Blässhuhn, stutzt und fliegt

zum Weiher hin und tut ein Gleiches.



Da wird wohl Futterstunde sein,

vermeint die graue Gans, noch neu hier.

Sie landet, fällt geräuschvoll ein.

Drei Schwäne folgen ihr aus Neugier.



Was folgt, hüpft plötzlich aus dem Gleis.

Zehn Möwen mischen das Geschehen.

Auch nähern sich vom festen Eis

ein Teichhuhn und ein Dutzend Krähen.



Der Haubentaucher kommt zum Schluss.

Warum die Reiher sich nicht zeigen,

verweist auf gründlichen Verdruss

an diesem ungestümten Reigen.



Sonntag, 27. Januar 2013

Pseudojiddisches Morgenlied




Oh wie so onsichtik hoiden
de breg in di reisende sun.
Getäle fängt licht, en de loiden
vorbreiden des leichtdägis fun.

Wi klöppen de hers vun de loite,
wi ofmacht de sinn vur de schön.
wen nowschne verglützet, wel hoide
de sunstral jo tausndfoi glön.

I hog mi en schoi uf di woike,
de stron wi de ess vun da schmid.
Het dorf rigt ens licht en de moike
singd ful göder mud ire lid.

Heute ist Vollmond




Vollendung findet heut die Scheibe,
der Ball zeigt Ebenmaß  - sein Rund
verlockt zum Staunen und ich bleibe
im Dunkel stehn, wohl eine Stund.

Ich ahne Krater, sehe Meere,
am Rand erstrecken Wüsten sich.
In nächtlich rabenschwarzer Leere
versteckt der Mond nicht Punkt noch Strich.

Und wirklich, links, am Krater Plato,
da regt sich was mit Kopf und Bein.
Noch niemand sah derlei bis dato.
Ich weiß, es muss das Mondkalb sein.

Samstag, 26. Januar 2013

Der Wortschatz einer Almkuh


Wir alle wissen, einer Kuh
beschränkter Wortschatz kreist um "Muh".
So bleibt mir nur mehr festzustellen,
so manches Rindvieh trägt auch Schellen.
Der Klang erhöht, nicht abzustreiten,
der Almkuh Ausdrucksmöglichkeiten.

Freitag, 25. Januar 2013

Hahnenkamm




Es trägt der stolze Gockelhahn
den Kamm verkehrt, warum weiß keiner.
Wie setzt er ihn zum Kämmen an,
mit Zahn zum Kopf, wie unsereiner?

Die Frage brennt, wieso, warum
blamiert ein Tier sich so gelassen?
Vielleicht sind Hähne nur zu dumm
des Kammes Aufgab‘ zu erfassen.


Die Hochzeit zu Kana und die Folgen




Bei Hochzeitsfeiern trinkt man häufig
ein Gläschen Wein – uns ist geläufig,
dass auch im heißen Nahen Osten
es Brauch war Rebensaft zu kosten.

In Galiläa beispielsweise
verschwand der Riesling still und leise.
Der Mangel wurde immer krasser
und schließlich gab es nur mehr Wasser.

Auch waren Jesus und Maria
mit Jüngern, neben Schickeria
beim Fest und schauten ganz verloren
in schnell geleerte Weinamphoren.

Da trat der Meister in die Ringe,
verlangte, dass man Wasser bringe
und machte dies zu Blauburgunder,
noch heut gewirktes Wirtewunder.