Samstag, 27. April 2013

Ein Tulpenfeld




Ein Tulpenfeld erstreckt sich weit
in maiensatte grüne Flur.
Wo Becher sich an Becher reiht,
verwirrt der Farben Zahl die Sinne.
Du aber hältst hier gerne inne,
siehst Floras Trinkglas in Natur,
verleitet, aus dem Krug zu nippen.
Den Augen gönnst du den Genuss,
verwundert spüren deine Lippen
nun windgehauchten Blumenkuss.


Freitag, 26. April 2013

afrikas baobab




knorriges schattendach
marabus schlafgemach
mächtiger säulenstamm
durstiger wurzelschwamm
weiser methusalem
ewigkeitstheorem
rastplatz dem kudukitz
löwenrast panthersitz
gerenuks feiertag
hütender taubenschlag
elfenbeins widerpart
rindenderb blätterzart
wundersavannenbaum
meerkatzenurlaubstraum
abendrotschemenhand
wachturm mit blick ins land
reibbaum dem warzenschwein
nachtgeisterstelldichein
astbrüche blitzgefällt
bobabs lebenswelt






Kirschblütenamsel





Der Gelbschnabelflöte entlockt sie die Töne
in schmeichelnder Weise, die aufhorchen lässt.
Geboren, so scheint es, zum Lob für das Schöne,
erschallt ihr Gesang aus dem schmucken Geäst.
Kein Ohr, das sich diesem Konzerte verschließt.

Die Kirschblütenamsel im Rosa verborgen,
verkündet dem Dorfe das Ende der Nacht.
Des Sonnenlieds Noten verleihen dem Morgen
den Mut für den Tag, der sich dienstfertig macht
und ebenfalls dankbar den Jubel begrüßt .



Auch Käfer sind zuweilen zerstreut




Ein Käfer krabbelt sehr bestimmt
auf eine Pflanze und erklimmt
den Stängel bis hinauf zum Ende
des Blütenblattes. Eine Wende,
dann wandert, Kopf voran und munter,
der Unstet wurzelwärts hinunter.

Nach kurzem Zögern auf der Erd
macht unser Käfer wieder kehrt.
So geht es auf und ab, an Runden
sind mehr als sieben zu bekunden.
Er hat nach menschlichem Ermessen
sein Wollen oben stets vergessen.

Ich senk die Blicke schamhaft nieder,
erkenne mich im Tier ja wieder.

Donnerstag, 25. April 2013

finkenpflichten




finkenhahn
drohgesang
lockend zugleich
allerliebst
vorgepiepst
schnabelgestreich
gräserhalm
brautgeschenk
astzwickelnest
eigeleg
brutgeschäft
flüggeseinfest