Mittwoch, 26. März 2014

Regentag an der Salzach




Regentag, Böenwind,
Uferbaumtrauer.
Regenschirm überm Kind,
graupelnde Schauer.
Brücken im Nebelkleid,
Stadtturmgespenster.
Krokus im Kälteleid,
Dunsttropfenfenster..
Festung im Wolkengrau,
Kutschenpferdrasten.
Mich will die trübe Schau
freun, nicht belasten.


Goldene Stunden




Man nennt sie beschreibend die goldene Stunde,
die Spanne, wenn Sonne und Erde die Runde
im Spiel mit dem Taglicht so feurig beenden
und Schattenrissbäume mit knorrigen Händen
des Horizonts Essenglut scheinbar noch schüren.
Dem Schauspiel gelingt es, dich rasch zu verführen,
selbst Arbeit und Eile vergessen zu lassen,
um weilend und staunend dies Bild zu erfassen.  

Dienstag, 25. März 2014

Blüten stimmen Seelen heiter




Blüten stimmen Seelen heiter,
bieten sich der Fantasie
an zu Reisen, die du nie
ohne lockende Verführer,
ohne diese Sehnsuchtsschürer
angetreten hättest. Leiter
ist die Blume zum Erreichen
einer Farbschau ohnegleichen,
die kein Maler auf das Leinen
bannen könnte. Tautropfweinen
von den Kelchen, Bechern, Krügen,
die sich in das Junggras fügen,
ist kein Ausdruck tiefer Trauer.
Lebensfreude dem Beschauer
will das Meer der Elfengleichen
als Vermittler überreichen.


Mystische Mistel


Krähennester in den Ästen?
Bienenschwärme in den Zweigen?
Schmuck zu Winterkahlbaumfesten?
Früchte gar, die stolz sich zeigen?

Frühlingsgrüne Wandrergrüße
senden Misteln aus den Kronen,
ja, es sind Druidenfüße,
die in Pappelwipfeln wohnen.

Kreuzholz sagt man, stiftet Ehen,
Hexenkraut kann Krankheit heilen.
Zum Betrachten bleib ich stehen,
lächle sinnend im Verweilen.

Montag, 24. März 2014

Frühlingswiese




Wo noch vor Tagen der Schneedecken Reste
bräunliches Altgras im Winterschlaf  ließen,
feiern die Bienen und Erdhummeln Feste,
laden die summenden Völker als Gäste
auf die sich frühlingshaft schmückenden  Wiesen.

Taubnesseln locken mit Nektargetränken,
Kelche und Becher, gefüllt bis zum Rande,
werben mit lieblichen Farben und schenken
Faltern, die tief ihre Rüssel versenken,
Göttertrunk, festigen nützliche Bande.

Käfervolk stöbert in Windröschennestern,
Huflattich leuchtet in üppiger Dichte.
Knospen beneiden die blühenden Schwestern,
wissen jedoch, dass auch diese noch gestern
Wartende waren aufs Prangen im Lichte.

Samstag, 22. März 2014

See-Erwachen


Frühlingsnebel, Winterschwaden,
Brüder zwar - und doch Vasallen
zweier Herren. Luft, beladen
mit des Frühjahrs Morgentau,
heitert auf. Der Tagesschau
Anfang findet schon Gefallen.

Hebt der Dunsthauch sich, erglänzen
Goldlamé und Silberbrücken,
die im Spiegel sich ergänzen
mit der Glut der Wolkenbank
und dem Ätherblau. Mein Dank
gilt der Gunst, dies zu erblicken.