Freitag, 1. Mai 2015

Rapsgedanken



 
Zum Mosaik färbt Raps die Hänge,
bringt sattes Gelb ins Tongemenge
von Futterklee und Stängelmeeren,
trennt frisches Grün von roten Beeren.
Du spürst des Pflanzenöles Kräfte,
riechst duftgetränkte Wurzelsäfte
und bist versucht am Tor zu läuten
für ein Gespräch mit Pharmazeuten.


Donnerstag, 30. April 2015

Maienzeit



 
Wer webt die Wiese der goldgelben Sonnen
eifrig zum Teppich im Monat der Wonnen?
MAI - tschilpen Spatzen aus Dachrinnenlichten.
MAI -  schwärmen Reimer in Liebesgedichten.

Lauluft vom Süden her weckt alle Sinne,
Blütenstaub treibt selbst im kleinsten Gerinne,
Bäume vermengen ihr Grün mit den vielen
Seidenblatttönen, die Malwerkstatt spielen.

Käfer und Falter in schillernder Farbe
suchen des Tulpenkelchs fruchtbare Narbe,
eifern mit kirschroten Blumen, mit blauen
Sternen und Glocken, die Festbühnen bauen.


Samstag, 18. April 2015

Mississippi





Ich bin dir böse, alter Mann, ganz ehrlich böse.
Du lässt an deinen Ufern Hässlichkeit sich breiten.
Wo einst der Alligator lag zur Mittagsdöse,
verstört Geplärr - und Teer bekleckert deine Seiten.

Du breiter Strom, so reich an Herrlichkeitsextremen,
bewahre Reste deiner alten Ruhmeszeiten.
Trompeten darfst du nicht den Klang der Seele nehmen,
das Schaufelrad soll stets mit deinen Wellen streiten.

Lass Onkel Tom, ihn gibt es auch noch heute,
dein Sprecher sein, er wird dich würdig klangvoll preisen.
Sei wieder Hort und Fluss fürs Satchmos Gospelleute,
dann wird man dir für alle Zeiten Ehr’ erweisen.
 






























































Freitag, 17. April 2015

Verbundenheit




Ein Kreuz streckt der Turmspitz ins Blaugrau der Fahnen
aus schwebendem Morgendunst, schon ist zu ahnen,
wie Kirche, Gehöfte, die Bäume und Wiesen
im Lichte des Mittags zum Bilde verfließen,
das heimelig jedermanns Seele berührt,
wenn wieder der Blick auf das Dörfchen verführt.

Ein Hund bellt zu mir her, die Hühner verstauben
zur Wäsche den Sand im Gefieder, die Tauben
umkreisen die Kobel in flatterndem Spiele.
Zwei Schwalben, die Lücke der Stallwand zum Ziele,
verkünden ihr Kommen mit Zwitschergesang.
Ein Kätzchen schleicht schnurrend die Mauer entlang.

Sonst ruht jetzt das Dorf, rote Dachschindel glänzen,
das Holzbraun kann trefflich das Wandweiß ergänzen,
und Grün säumt die Wege, prägt Weiden und Fluren,
zeigt dort und da ländliche Feldgerätspuren.
Ich weiß jetzt, mein Denken war nie von hier fort,
die Heimat für mich ist und bleibt dieser Ort.