Mittwoch, 19. März 2014

lärchenspornblütezeit





lärchenspornblütezeit
windröschenreigen
maßliebchen hingeschneit
knospen an zweigen

heiteres durcheinand
pelzmodenschauen
hahnenfußblätterhand
hummelvertrauen

seidelbastaugenfang
karpfenerwachen
knospen am rebenstrang
kleinkinderlachen

märzkälbchens sonnenkraft
rötet die wangen
schmetterlingsleidenschaft
lauluftverlangen

frühling ist’s – wonnezeit
seelengejubel
krokus im seidenkleid
wiegt sich im trubel

Dienstag, 18. März 2014

Der Nachtvogel




Des Nachtvogels Federkleid trägt keine Farben,
die je man gesehen hätt‘. Krähen und Scharben
verstecken die Schwärze nicht, zeigen sie immer.
Das Schementier will aber keinerlei Nähe,
es zeigt sich von fern nur, auf dass man es sehe
als Umriss im sterbenden Abendrotschimmer.

Sein stummes Verharren im Astwerk der Buche,
sein Kopf in erstarrter, befremdlicher Suche
nach dir lässt dich frösteln. Kein Kauzruf im Schweigen
macht derart betroffen und unbestimmt bange.
Und trotzdem glüht freudig erregt deine Wange,
der Nachtvogel sitzt nur für dich in den Zweigen.

Dienstag, 11. März 2014

Märzmorgen am See




Der Morgen ist anders heut, kühner sein Kommen,
Konturen sind klarer, nicht nebelverschwommen.
Des Holzstegs Piloten im Schrägsonnenscheine
erinnern von ferne an Tausendfußbeine.
Sie teilen das Hell zwischen fahlgelben Scheiben,
geleiten die Nacht, um sie schnell zu vertreiben.
So kann das Gestrahle mit kitzelndem Stechen
die schwächelnde Macht früher Reifgeister brechen.
Azur färbt den Himmel, der See leiht sich Bläue,
ein Tag hält dem Morgenversprechen die Treue.

Sonntag, 9. März 2014

Frühlingsmelodien




Der Frühling verkündet in vielfacher Weise
sein Kommen, den Sieg über Wintergewalten.
Erst lässt er im Tale das Buntblatt entfalten
und bald dann die Orgeln der Sturzbäche dröhnen,
wenn Lauwinde sich mit den Wechten versöhnen,
sie rüsten zur jährlichen, fließenden Reise.

Nun hüpfen sie wieder, die Wasserfontänen,
die Wellen im Sprühtropfensprung über Steine.
Die Bächlein begrüßen den Gilbstern am Raine,
den Krokus am Waldrand, im Laub Anemonen.
Dann schweigt das Gequelle, scheint Kräfte zu schonen,
sich wieder nach stiller Betrachtung zu sehnen.

Ein Fels ändert plötzlich des Rinnsales Launen,
das Märzwasser fällt und der Lenz zieht Register,
bedient Manuale, das Sanfte vergisst er,
preist selbst sich mit klangvollem Gischten und Rauschen.
Dem Frühjahrkonzerte im Steingraben lauschen
zwei wippende Vögel in ahnendem Staunen.



Mittwoch, 5. März 2014

Endlich März


März und die Farbe, die Wärme, die Wonne,
März und das Sprießen in lockender Sonne,
Zeit der an Buntheit sich messenden Sterne,
Körbchen und Kelche. Wer wandert nicht gerne
frohgemut staunend den Waldrand entlang?

Bienen, begierig den Goldstaub zu finden,
drängen zur Blüte.  Das Junglaub der Linden
spitzt aus der Knospe in schelmischer Weise.
Niemandem ist hier im Grünblätterkreise
vor einem Knechte des Winters noch bang.

Fürwitz und Freude in buntem Gemenge,
längst schon vergessen die herrschende Strenge
windkalter Tage, wenn Falter nicht wagen
Trunkenbold spielend die Flügel zu schlagen,
Elfen nur träumen vom Schneeglöckchenklang.

Samstag, 1. März 2014

Weiherabend, Feierabend


Erlenzweige,
schlanke Finger,
greifen in das milde Licht
zweier Sonnen.
Kühlung sucht die Spiegelschwester
des ermüdenden Gestirnes,
hellt mit strahlender Laterne
einen Pfad zum dunklen Grund.
Weiher-Abendfarbenfeste.
Ausgestreckte Weidenäste
rühren in der Essenschmelze,
trennen Wasserblau vom Gold.
Eine Ringeltaube
gurrt das Dankgebet.