Sonntag, 26. Mai 2013

Des Winters Zeit ist lang vorbei




Des Winters Zeit ist lang vorbei,
doch grämt den Graubart noch im Mai,
wie Märzensonne ihn mit Lachen
vertrieben hat und so erwachen
Gedanken über Rachepläne.

Der Morgen sieht die Hänge weiß,
von Fichtenästen rieseln leis
Kristalle auf die Günselblüten,
die tief gebeugt ihr Innres hüten.
Verachtend bleckt der Frost die Zähne.

Da streckt ein Hahnenfuß sein Haupt,
der gelben Zier schon halb beraubt,
aus kalten, drückend schweren Schichten.
Ein Bocksbart sucht sich aufzurichten,
das Farngefieder klebt zur Strähne.

Gefroren das Zikadennest,
in tiefer Lähmung auch der Rest
des Wiesenvolkes, bis dann wieder
der Amsel hübsche Sonnenlieder
zum Springquell werden, zur Fontäne.

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